Wer heute Nachmittag SpON aufrief, stieß auf der Startseite auf einen groß aufgemachten Artikel, in dem spekuliert wurde, dass die steigenden Lebenshaltungskosten und Sozialabgaben Angela Merkel in diesem Jahr der Landtagswahlen gefährlich werden könnten. Angesichts des Wahlversprechens “Mehr Netto vom Brutto” keine Prognose, für die man sich weit aus dem Fenster lehnen müsste.

Interessant fand ich auch weniger den Inhalt als folgende Bebilderung:

Grün-weissliche Hautfarbe, hängende Augenlider, das Gesicht halb im Schatten verdeckt und die bekannten hängenden Mundwinkel fast zur Maske erstarrt… so hat man die Kanzlerin noch nicht allzu oft gesehen! Wollte der Bildredakteur damit zum Ausdruck bringen, dass der Kanzlerin schwere Zeiten bevorstehen, dass sie vielleicht auf eine Niederlage zusteuert? Von wegen! Hier waren endlich mal wieder die investigativen Kräfte des Spiegel am Werk, wenn nicht noch höhere Mächte! Denn das Foto schickt eine klare Botschaft, die Ähnlichkeit ist unübersehbar:

Das Schicksal nimmt seinen Lauf, die Kanzlerin wird zur Imperatorin!!

Wenn ja, dann müsste der Fleece-Pulli, in dem ich gerade vor dem Rechner sitze, eine ordentliche Schicht mit sich tragen! Ich kann nicht genau sagen, wie alt dieser Pulli eigentlich ist. Die älteste Erinnerung, die mir im Zusammenhang mit dem Pulli einfällt, war ein Moment als ein neben mir sitzender Schulfreund eine Bemerkung darüber machte, dass ich in dem Ding ja unmöglich frieren könnte. Das dürfte in der elften Klasse gewesen sein, also etwa 1995. Damals war Helmut Kohl noch Kanzler, es gab noch die D-Mark und meine kleine Schwester – heute Lehrerin und glücklich verheiratete Mutter eines süßen Jungen – saß mit Zahnspange vor einem Röhrenfernseher und guckte sich Beverly Hills 90210 an.

Damit wäre der Pulli mindestens 15 Jahre alt, und er war mir in der ganzen Zeit ein treuer Begleiter auf vielen Wegen. Erstaunlicherweise ist die Zeit (fast) spurlos an ihm vorbeigegangen. OK, er ist ein bisschen ausgebeult und nicht gerade schick, aber muss man einen Pulli allein deshalb etwa aussortieren? Ich hab ihn einfach liebgewonnen und auch wenn er die meiste Zeit über der Lehne meines Sessels hängt, ich trage ihn doch immer wieder. Er fühlt sich einfach gut an! So, als würde ich mir mit ihm auch ein Stück meiner Jugend überstreifen :-)

Ich wohne seit knapp 5 Jahren in meiner Wohnung, in die ich direkt nach dem Studium einzog. Damals hab ich eine überschaubare Menge an Zeug mitgebracht, aber in 5 Jahren sammelt sich einiges an. Inzwischen musste ich mein Regal zweimal und meinen Kleiderschrank einmal vergrößern, und meine DVD-Sammlung wächst munter weiter. Zudem fällt es mir manchmal recht schwer, mich von Dingen zu trennen, auch wenn ich sie so gut wie nie benutze. Um die diversen Hürden beim Wegwerfen von Dingen zu überwinden, habe ich mir jetzt folgende Strategie überlegt:

  1. Ich setze mir einen festen, wiederkehrenden Termin fürs Ausmisten: Vor ein paar Monaten hab ich mir fest vorgenommen, ab sofort einmal im Jahr, nämlich jeweils um Weihnachten herum, eine große Ausmist-Aktion durchzuziehen. Bei einzelnen Gegenständen ist es nämlich viel zu einfach, sie mal eben in die Schublade zu schieben.
  2. Ich werde eine bestimmte Anzahl Dinge los, egal was: Als Ziel habe ich mir für das erste Jahr 20 Dinge gesetzt, um mal ein Gefühl  dafür zu kriegen, wie gut das funktioniert. 20 ist als Zahl groß genug, dass es ein ambitioniertes Ziel ist, das einen gewissen Ehrgeiz weckt, sie erscheint mir aber realistisch machbar.
  3. Ich werfe nicht einfach weg, sondern spende die Sachen: Damit trickse ich den “Das ist doch noch gut, das kann man noch mal gebrauchen”-Gedanken aus und verknüpfe die Ausmist-Aktion mit einer emotionalen Belohnung, indem ich Gutes tue.
  4. Ich committe mich öffentlich: Damit ich nicht mehr einfach zurück kann, habe ich in den letzten Monaten sowohl Familie als auch Freunden von der Ausmist-Aktion erzählt. Und jetzt schreibe ich hier im Blog davon. Das sollte als committment reichen.

Das ist der Plan.

Die Umsetzung sieht so aus: Ich hab 3 CDs, 2 DVDs, 5 Bücher, 1 Cordjacke, 1 Cordhose, 3 T-Shirts und 5 Hemden aussortiert, insgesamt also 20 Dinge. Das ging eigentlich ziemlich schnell und einfach, vielleicht sollte ich die Zahl für nächstes Jahr auf 25 erhöhen. Damit geht es morgen ab zu Oxfam. Was die nicht nehmen wollen, landet im Müll.

Etwas mehr Platz in Regal und Schrank und außerdem ein gutes Gefühl :-)

Kompliziertes Wort, wa? Es ist aber auch kompliziert, sich in die Denkstrukturen mancher Menschen zu versetzen, so auch die einiger meiner Nachbarn von gegenüber. Die wohnen in wunderbar lichtdurchfluteten Wohnungen, was an und für sich ne tolle Sache ist – allerdings braucht es dafür in Hamburg vollverglaste Wohnzimmer mit Südausrichtung. Und Süden bedeutet in diesem Fall, dass die vollverglasten Wohnzimmer auf die Barmbeker Straße gehen, eine der meistbefahrenen Durchgangsstraßen Hamburgs mit fast 40.000 Kfz am Tag.

So bekomme nicht nur ich mit, dass die Nachbarin im dritten Stock links an Sonntagen auch mal gern in Unterwäsche auf der Couch abhängt, oder dass die Nachbarn im zweiten Stock rechts sich keinen Tatort entgehen lassen. Jeden Tag könnten das potenziell zehntausende Passanten mitkriegen. Das hat die Leute aber nicht gehindert, 300.000 Euro und mehr für diese schicken lichtdurchfluteten Wohnungen zu bezahlen.

Doch eines Tages gab ein böser amerikanischer Großkonzern bekannt, Fotos von Straßenzügen allgemein zugänglich zu machen. Panik ergriff die Bewohner der Barmbeker Straße 40a/b angesichts dieses Eingriffs in ihre so sehr geschätzte, wohl gehütete Privatsphäre! Denn, oh Schreck, nun würde der Einblick in ihre Wohnzimmer nicht mehr auf ein paar zehntausend Hamburger beschränkt sein, plötzlich könnte jeder in ihr Heim spicken!

Also stürzten sich die Bewohner der Barmbeker Straße 40a/b unerschrocken in den Kampf um ihre Privatsphäre  und ließen ihre Hausfassade bei Google verpixeln. Jetzt können sie sich wieder beruhigt in die Abgeschiedenheit ihrer vollverglasten Wohnzimmer zurückziehen, im Vertrauen darauf, dass ihre Privatsphäre nur durch ein paar zehntausend Passanten am Tag kompromittiert wird.

Besagte Fassade sieht übrigens so aus (größere Variante auf Panoramio):

Als Community Manager bekomme ich reichlich Feedback rund um XING, von “Alles Scheisse!” bis zu “Ich möchte beim XML-Export der Liste meiner Event-Teilnehmer auch die Kommentare auswählen können”. Ein echter Evergreen ist dabei die Frage, wieso Leute anderen Leuten Nachrichten schreiben, wenn Sie denen die Möglichkeit zum Antworten unterbunden haben. Ich versuche mir das immer damit zu erklären, dass die User den entsprechenden Hinweis nicht lesen, der so aussieht:

Wobei, eigentlich kann man das Ding kaum übersehen. Aber vielleicht ist der Hinweis ja nicht klar genug formuliert und die User stellen die Verbindung dazu nicht her, dass sie es dem Adressaten ihrer Nachricht  untersagt haben, ihnen Nachrichten zu senden? Je mehr ich drüber nachdenke, um so wahrscheinlicher kommt mir das vor. Da sollten wir wohl nochmal dran feilen.

Was aber ganz und gar ärgerlich ist, sind Hinweistexte und Fehlermeldungen, die einfach nur einen offensichtlichen Sachverhalt benennen (“Es ist ein Fehler aufgetreten”), aber nicht über mögliche Konsequenzen oder weitere Schritte informieren. Über ein dickes Kaliber dieser Klasse bin ich heute gestolpert, als ich mich beim Online-Banking der ING-Diba anmelden wollte und einen Fehler bei der Eingabe meiner PIN gemacht habe. Da erschien folgender Hinweis:

Mit keinem Wort wird da erwähnt, dass eine erneute Fehleingabe zur Sperrung führt, was ja eine durchaus relevante Information wäre! Nichtsahnend hab ich die PIN erneut eingegeben (es hieß ja: “Einfach nochmal versuchen”) und weil ich die Feststell-Taste aktiviert hatte, bin ich auch prompt in die Falle getappt. Hier ließe sich mit einer kleinen Textänderung dem User vermitteln, dass der nächste Versuch passen muss, weil sonst die Zugangsdaten gesperrt werden. Kleine Änderung an der Fehlermeldung, großer Informationsgewinn für den User. Wenn er denn die Fehlermeldung liest. Aber vielleicht haben User auch aufgehört, Fehlermeldungen zu lesen, weil die uninformativ sind?

Kürzlich war ich zwei Wochen in der Türkei. Es war großartig, ich hatte viel Spaß, spannende Begegnungen und Erlebnisse und habe viel gelernt. Unter anderem auch einige schmerzhafte Lektionen, die ich gerne anderen Türkei-Reisenden mit auf den Weg geben möchte.

10 Dinge, die man bei einer Reise in der Türkei besser nicht machen sollte:

  1. Das Hotel für eine längere Zeit verlassen, ohne Klopapier mitzunehmen: In öffentlichen Toiletten (manchmal sogar in Restaurants) gibt es nämlich keins!
  2. Wegen 10 Euro Ersparnis Ferienflieger buchen: Turkish Airlines ist eine der besten Airlines, mit denen ich bisher geflogen bin (und da gehören vor-9/11-Flüge mit dazu!). Umfangreiche Auswahl an Zeitungen an Bord und mit das beste Essen, das ich je in einem Flugzeug hatte. Zudem gibt es gerade Sonderpreise für Flüge von Deutschland nach Istanbul!
  3. Die Badehose zu hause lassen: Selbst im November kann man mit ein bisschen Glück an den Stränden im Süden noch schwimmen. Und für den Hamam sollte man immer vorbereitet sein.
  4. Sich auf günstiges Shoppen freuen: Abgesehen von Fakes (bei denen man Glück aber auch ganz schön Pech haben kann, was die Qualität angeht) sind Markenprodukte genauso teuer wie bei uns. Wer “echt türkisch” shoppen möchte, sollte bei Mavi und LC Waikiki vorbeischauen.
  5. Sich auf die Pünktlichkeit von Überlandbussen verlassen: Normalerweise sind die unschlagbar günstig und ziemlich bequem. Man kommt mit denen auch fast überall hin, nur wenn die Ankunft am Ziel kritisch ist (z.B. wenn man einen Flug erreichen muss), sehr großzügig kalkulieren und lieber ein paar Stunden mehr für die Fahrt einplanen.
  6. Aus Angst vor Verdauungsproblemen auf Experimente mit der türkischen Küche verzichten: Es gibt so viele leckeren Gerichte, das darf man sich nicht entgehen lassen! Empfehlung für Istanbul: Einmal bei Haci Abdullah das ganze Menü durchprobieren.
  7. Sich beim Frühstück mit selbstgeschmierten Brötchen eindecken: Man bekommt überall für kleines Geld leckere Snacks wie Simit (so ne Art Sesamstange), Obst (habe mich manchmal den ganzen Tag über nur von getrockneten Feigen ernährt – soooo lecker!) und natürlich die üblichen Fleischgerichte wie Köfte oder Kebab.
  8. In Touristenzentren mit ehrlichen Taxifahrern rechnen: Je höher der Anteil an Touristen an den Fahrgästen, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass man über den Tisch gezogen wird. In Großstädten hatte ich keine Probleme, nur müssen sich Taxifahrer hier manchmal selbst nach dem Weg erkundigen.
  9. Bei Sehenswürdigkeiten einen Haufen Geld für Audioguides ausgeben: Zumindest die deutschen Fassungen sind nicht so dolle, man erfährt wenig an Hintergrundinfo. Besonders, wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist, könnte es sich lohnen, einen „echten“ Reiseführer zu buchen. Einfach mal im Hotel nachfragen.
  10. Der absolut größte Fehler, den man als Tourist in der Türkei machen kann, ist aber: Den ganzen Urlaub nur stumpf am Pool liegen! Das Land ist so schön und vielfältig, die Menschen sind so offen und freundliche, die Kultur beeindruckend und lehrreich – wer da nicht möglichst viel von mitnimmt, raus geht und sich unter die Menschen mischt, dem ist echt nicht zu helfen!

Groß war der Jubel, als mein Arbeitgeber vor einigen Wochen bekanntgab, dass alle Mitarbeiter ein mobiles Gerät ihrer Wahl zur Verfügung gestellt bekommen würden. Aus Neugier (und weil ich mit meinem G1 nach wie vor sehr zufrieden bin und kein neues Handy brauche) habe ich mich für ein iPad entschieden. Gespannt wie ein Flitzebogen holte ich das mythenumwehte Gerät von der IT ab und begann meine Reise in eine unbekannte Welt.

Der erste Eindruck: Ein sehr edles Ding – schwerer als ich gedacht hatte – mit einem wirklich grandiosen Bildschirm. Das Herumschieben und -zoomen von Objekten, die fließenden Bewegungen auf dem Screen strömen eine ganz eigene Faszination, ja, Magie aus.

Der zweite Eindruck: Ohweia, was ist das denn für eine Tastatur?!? Schon die Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwörtern ist eine Qual, weil Sonderzeichen, die auf meinem G1 auf eine Tastatur passen, beim iPad auf drei verteilt sind, zwischen denen man ständig hin- und herwechseln muss. Den Versuch, das iPad zum Anlegen von Meeting-Notizen zu nutzen, breche ich kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehend ab.

Der dritte Eindruck: Wieso zum Teufel kann ich da keine Dateien drauf ziehen?!? Am Rechner eingestöpselt wird das iPad natürlich gleich erkannt – nur um sich als Sackgasse zu erweisen. Dass ich iTunes nutzen muss, um Bilder, Filme, Musik oder Dokumente auf das iPad zu kopieren, macht ja wohl nur durch die Monopolbrille von Apple Sinn, aber nicht für den Nutzer. Ich beginne, das iPad als “Ding” zu bezeichnen.

Der vierte Eindruck: Ich bin nicht berechtigt, einen iTunes-Account anzulegen!?! Jedenfalls bekomme ich beim ersten Versuch eine entsprechende Meldung und darf die (langwierige) Registrierung wiederholen. Ich bin kurz davor, das Ding im hohen Bogen aus dem Fenster zu schmeißen!

Der letzte Eindruck: Inzwischen ist mir klar, dass das Ding für mich völlig überflüssig und zu überhaupt nichts zu gebrauchen ist. Jedes Mal, wenn ich es in die Hand nahm, verkürzte sich die Zeit, bis ich es nur noch auf den Boden donnern und darauf herumtrampeln wollte. Jetzt liegt das Ding unbenutzt in der Schreibtischschublade und da wird es wohl auch bis in alle Ewigkeit bleiben.

Aber eines ließ mir keine Ruhe: Wieso finden viele meiner Kollegen, die das Ding auch bestellt haben, es so toll? Während es für mich einfach nur ein überflüssiges, nerviges Spielzeug ist?

Die Antwort fiel mir vorhin wie Schuppen von den Augen, als ich kurz überlegt habe, ob ich mir auf Zattoo die Tagesschau anschauen soll: Das iPad ist das Äquivalent zum Fernseher! Es ist ganz auf Konsum von Webseiten, Fotos, Filmen, Musik ausgelegt, erfordert also einen passiven Nutzer, der berieselt wird. Aktivität, Produktivität sind zwar theoretisch möglich, aber ungefähr so komfortabel wie das Navigieren von Videotext-Tafeln mittels der Fernbedienung des Fernsehers. Und einen Fernseher habe ich noch nie besessen. Ich habe einfach keine Verwendung für ein Gerät, das den Nutzer in eine passive Rolle zwingt.

PS:
Anstatt die Tagesschau zu gucken, hab ich lieber diesen Blogpost geschrieben.

Ich bin in der Nähe von Stuttgart aufgewachsen und halte S21 zwar für ein sehr wichtiges Stadtentwicklungsprojekt, dessen verkehrs- und finanzpolitische Sinnhaftigkeit ich allerdings nicht beurteilen kann. Darum soll es hier auch gar nicht gehen, sondern um die Proteste und die Kultur der Empörung rund um den Polizeieinsatz vom Donnerstag.

Da man ja leider der Berichterstattung der Medien nicht wirklich entnehmen kann, wie es denn zu der Eskalation gekommen ist und es uns so nicht ermöglicht wird, uns eine eigene Meinung zu bilden, möchte ich hier auch kein Urteil fällen, ob das Vorgehen der Polizei angemessen oder schlicht und einfach brutal war. Jeder einzelne, der Verletzungen oder Blessuren davon getragen hat, ist jedenfalls ein Verletzter zuviel und tut mir leid. Was ich aber seit Donnerstag an Kommentaren und Urteilen über die Auflösung der Demonstration gelesen habe, macht mich schlicht sprachlos. “Faschismus”, “Staatsterror”, “Arroganz der Macht” oder “Polizeistaat” tönt es aus allen Ecken.

Dabei gerät schnell in Vergessenheit, dass viele derjenigen Stuttgarter Bürger, die sich da empören oder an den Demonstrationen teilnehmen, in der Vergangenheit ein hartes Durchgreifen gegen protestierende Studenten, Hausbesetzer, Atomkraft-Gegner, HartzIV-Empfänger und anderes langhaariges Gesindel gefordert haben. Solange die Welt im Schwabenland noch in Ordnung war, sollte jeder, der diese Ordnung in Frage stellte oder bedrohte, was auf die Finger bekommen. Der spätere Bundespräsident Roman Herzog hat 1982 als Innenminister von Baden-Württemberg sogar eine Gebühr eingeführt, mit der Demonstranten für die Kosten von Polizeieinsätzen aufkommen sollten.

Aber jetzt, da das schwäbische Kleinbürgertum mal selbst die eigene “law and order”-Kultur, auf die man doch  immer so stolz war, zu spüren bekommt, da schreien alle empört Zeter und Mordio. Wahrhaft ein Lehrstück an Doppelmoral und Heuchelei. Manchmal kann ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte!

Fast jeder hat heute ein Facebook-Profil. Für mich ist es gewissermaßen eine berufliche Notwendigkeit, auf Facebook präsent zu sein. Psychologische Untersuchungen haben gezeigt, dass es allerdings hauptsächlich 7 verschiedene Motivationen dafür gibt. Über welche Grundregeln man sich außerdem bewusst sein sollte, hat Jeremy Dean im geschätzten Psyblog ausführlicher aufgeschrieben:

  • Du solltest zwischen 100 und 300 Freunde haben (alles andere wirkt lächerlich)
  • Deine Freunde sollten möglichst attraktiv wirken (sonst ziehen sie dich in den Augen anderer runter)
  • Du kannst davon ausgehen, dass die meisten Dinge in den Profilen anderer stimmen
  • Dein Freund/Freundin wird dir durch das Profil mehr nachstöbern und tendenziell eifersüchtiger sein
  • und (surprise, surprise): Du solltest dir genau überlegen, was du von dir preisgibst

Die ausführliche Version wie gesagt auf dem Psyblog. Interessant daran fand ich vor allem, dass der Ratschlag aus dem Real Life “Umgib dich mit Menschen, die etwas hässlicher (oder weniger gutaussehend) sind als du selbst, um im Vergleich besser rüberzukommen” nicht für das eigene Profil im Social Network gilt. Ich vermute mal, dass ein Profil weniger als Individuum wahrgenommen wird als eine Person, die vor einem steht, sondern eher als Bestandteil eine Gruppe. Und wenn diese Gruppe tendenziell unattraktiv wirkt, färbt das auf das einzelne Profil ab.

Das aber nur in aller Schnelle dahin spekuliert, jetzt muss ich erstmal ne Gesichtskontrolle bei den Profilfotos meiner Freunde machen ;-)




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