Ich stelle mir das ungefähr so vor:

In meinem Job und als Moderator eines großen Politik-Forums laufen mir ständig Verschwörungstheorien über den Weg. Das Internet ist voll davon, es ist geradezu das ideale Biotop dafür, denn es ermöglicht ein einfaches Zusammentragen von “Fakten”. Das sieht dann oft so aus: wilde Listen mit kruden “Indizien”, alle Andersdenkenden lügen und aussenrum Werbebanner für magnetische Betten. So weit kann es kommen.

Verschwörungstheorien folgen in der Regeln den immergleichen Mustern: Internationale Grossbanken, die Geheimdienste, die Mafia, die katholische Kirche, die Vereinten Nationen oder irgend welche anderen komplexen und unzugänglichen Organisationen ziehen im Hintergrund die Fäden und tragen die Verantwortung für so ziemlich alles: Die Ermordung von Präsidenten und Päpsten, 9/11, die Finanzkrise und jetzt natürlich auch die Ölkrise im Golf von Mexiko. Denn irgendeine Assoziationskette lässt sich immer aufbauen und zur Not kann man auch den Schnupfen der Nachbarin der internationalen Verschwörung des Großkapitalismus in die Schuhe schieben, denn schließlich ist die Schweinegrippe in den Laboren der Pharmakonzerne entstanden und von der CIA verbreitet worden.

Aber woher kommt diese große Anziehungskraft?

Der Reiz der Verschwörungstheorien liegt darin, dass sie die Komplexität der Welt reduzieren und – lässt man sich auf ihre abstruse Logik ein – einfache Erklärungen für scheinbar unerklärliche Phänomene oder Ereignisse liefern. Denn indem die Finanzkrise bösen Kräften in die Schuhe geschoben wird,  entfällt die Auseinandersetzung mit den hochkomplizierten Zusammenhängen der Finanzwelt, und man erhält trotzdem eine Erklärung für die Frage nach dem “Warum”. Obendrein zeigen sich in diesen einfachen Erklärungen auch ganz schnell wiederkehrende Muster, welche die Idee der allumfassenden Verschwörung noch verstärken. Der Klassiker schlechthin ist das “Totschweigen in den Medien”, das bei fast allen Verschwörungstheorien auftritt. Einzige logische Erklärung des Verschwörungstheoretikers für das Desinteresse der etablierten Medien an seiner Verschwörung ist natürlich, dass sie Teil der Verschwörung sind.

Dabei kann man den Anhängern dieser Theorien eigentlich keinen Vorwurf machen: Unser Gehirn sucht vollautomatisch und unterbewusst ständig nach wiederkehrenden Mustern in unserer Umwelt und stellt ursächliche Bezüge her, wo keine sind. Menschen fühlen sich besser, wenn sie glauben, die Ursache für etwas zu kennen und versuchen permanent, diese Ursachen in Einklang mit ihrem Welt- und Selbstbild zu bringen (Sensemaking). Dabei werden Informationen sehr selektiv wahrgenommen und priorisiert, in Abhängigkeit von früheren Erkenntnissen und vor allem unter dem Aspekt der Plausibilität.

Der Boom der Verschwörungstheorien hängt meiner Meinung nach mit zwei parallelen Entwicklungen zusammen: Der schwindenden Bedeutung von Religion und Glaube auf der einen und der massiven Zunahme an verfügbaren Informationen über die Komplexität der Welt auf der anderen Seite. Früher wurden krisenhafte oder generell schwer erklärbare Phänomene oder Ereignisse hauptsächlich auf den “Willen Gottes” geschoben (insofern stellen auch Religionen eine Art Verschwörungstheorie dar). Gott ist aber für viele Menschen heute keine überzeugende Erklärung mehr, und sie machen sich auf die Suche nach anderen Erklärungsmustern. Auf der Suche nach Ursachen werden sie mit einer gigantischen Fülle verwirrender Informationen konfrontiert, die ein Gefühl des Kontrollverlusts und damit der Bedrohung hervorbringen. Aus dieser diffusen Bedrohungssituation heraus werden dann selektiv Zusammenhänge hergestellt, wo keine sind.

Psychologische Experimente haben gezeigt, dass sich die Tendenz zu Verschwörungstheorien schlagartig reduziert, wenn Menschen das Gefühl haben, eine Situation zu kontrollieren. Der beste Weg dazu ist, sie an ihre Stärken, positiven Eigenschaften und verankerten Werte zu erinnern. Ein bisschen mehr davon ürde uns allen gut tun, ob Verschwörungstheoretiker oder nicht.

Weil Amazon nicht nur ein überwältigendes Angebot und günstige Preise bietet, was eigentlich Standard für einen Online-Händler ist, sondern darüber hinaus immer wieder mit exzellentem Service und Kundenorientierung überrascht. Folgendes ist mir neulich wiederfahren…

Leider stellte sich mein neuer, über Amazon erworbener Fotorucksack (Geburtstagsgeschenk meiner Eltern) beim Test-Einpacken der Kameraausrüstung als zu klein heraus. Ich also das Teil zurückgeschickt und gegen das nächstgrößere Modell ausgetauscht, das auch schon nach wenigen Tagen in einem gigantischen Karton geliefert wurde. Beim erneuten Einpack-Test merkte ich aber, dass ich Trottel beim Test des kleinen Rucksacks meinen Zirkularpolarisationsfilter darin vergessen und zusammen mit dem Rucksack an Amazon geschickt hatte! Wie kann man nur so doof sein?

Aber zum Glück bin ich dann nicht gleich am nächsten Tag losgelaufen und hab mir einen Ersatz besorgt. Denn es dauerte nicht lange, bis ein Päckchen von Amazon ankam, mit meinem fein säuberlich verpackten Filter darin. Natürlich komplett kostenlos! Bin restlos begeistert, so sehr, dass ich jetzt das Loblied auch in meinem Blog singe und auf diesem Weg auch gleich schön Werbung für Amazon mache. Da sieht man’s mal wieder: Die beste Werbung für ein Produkt oder eine Dienstleistung sind begeisterte Kunden!

Danke, Amazon :-)

Grade auf SPon gesehen, dass die Kanzlerin jetzt eine “Integrationsdebatte ohne Tabus” fordert. Jawoll, endlich!

Merkel redet jetzt Tacheles und spricht auch unbequeme Themen an, die man bisher gerne unter den Teppich gekehrt hat. Wie etwa das völlig Versagen aller bisherigen Regierungen in der Integrationspolitik. Oder den alltäglichen Rassismus, dem Migranten permanent ausgesetzt sind und der dazu führt, dass Schüler mit ausländischen Namen schlechtere Noten bekommen (bei gleichen Leistungen) und hochqualifizierte Migranten als Taxifahrer arbeiten müssen, weil ihre ausländischen Universitäts-Abschlüsse hierzulande nicht anerkannt werden.

In “Bild am Sonntag” sagte sie, die statistisch erwiesene erhöhte Gewaltbereitschaft strenggläubiger muslimischer Jugendlicher dürfe man nicht tabuisieren: “Das ist ein großes Problem, und wir können offen darüber sprechen, ohne dass der Verdacht der Fremdenfeindlichkeit aufkommt.”

Danke, Frau Merkel, dass Sie den Mut aufgebracht haben, dieses Tabu-Thema den Stammtischen zum Fraß vorzuwerfen! So kommt endlich frischer Wind in die Integrationsdebatte!

Wenn man im Briefkasten einen Werbeprospekt von einer großen Bank findet, der einen Goldfonds anpreist. Also jetzt.

Manche Leute versuchen es trotzdem, immer und immer wieder, vorzugsweise etwa für die Wirtschaftsentwicklung oder für Aktienkurse. Diese “Expertenprognosen” sind in der Regel nichts anderes als medial inszeniertes Herumraten, wie man hier oder hier schön nachlesen kann. Auch vor dem Beginn einer Bundesligasaison wird gerne mal prognostiziert. Das Problem ist, dass sich hinterher kaum jemand an die falschen Prognosen erinnert – dem wollen wir jetzt mal entgegenwirken!

Christoph Biermann, von mir geschätzter Autor einiger der interessantesten deutschsprachigen Bücher über Fußball, hat sich heute für Spiegel Online an einer Prognose versucht, welche Vereine die übermorgen beginnende Bundesligasaison im sogenannten “Niemandsland der Tabelle” – den Plätzen 7 bis 12 – beenden werden.

Seine Vorhersage:

7. Werder Bremen
8. VfB Stuttgart
9. Eintracht Frankfurt
10. Borussia Mönchengladbach
11. TSG Hoffenheim
12. FC Köln

Manchmal kann es aber ganz hilfreich sein, Prognosen abzugeben, wenn man sich dabei die Unvorhersehbarkeit der Zukunft zunutze macht. Deshalb prognostiziere ich hiermit, dass Christoph Biermann mit allen oben genannten Platzierungen falsch liegt. :-D

Eine der gefährlichsten Fallen auf dem Weg zum Sparen sind versteckte Kosten*. Ein klassisches Beispiel sind Handy-Verträge: Wir bekommen das Handy jetzt für einen kleinen, mehr oder weniger symbolischen Betrag, zahlen dafür aber in der Zukunft. Gerade bei angesagten Smartphones fällt man besonders gern in diese Falle, denn Smartphones sind geil, keine Frage! Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass bei einem brandneuen Gadget einfach der Verstand aussetzt.

Da das geilste Smartphone im Moment wohl das iPhone4 sein dürfte, hab ich die Kosten dafür exemplarisch mit den Preisen von T-Mobile durchgerechnet. Dort gibt es vier Vertragsvarianten, die am Ende auf monatliche Gesamtkosten von ca. 90-120 Euro hinauslaufen**, also ca. 1100 bis 1440 Euro pro Jahr oder 2200 bis 2880 Euro auf die ganze Vertragslaufzeit.

Das klingt schon mal nach ner Menge Kohle, und manche Leute kaufen sich dafür tatsächlich einen Gebrauchtwagen. Im Vergleich zu den langfristigen Kosten ist das aber noch gar nichts.

Nehmen wir zusätzlich an, du als iPhone-Käufer bist in meinem Alter (also grob um die 30). Dann wird dich der genannte Zweijahresvertrag bis zum Erreichen des Rentenalters zwischen 16.000 und 22.000 Euro gekostet haben. Das ist nämlich der Betrag, den du bekommen hätte, wenn du die 2200 bis 2880 Euro für den Zweijahresvertrag mal lieber investiert und 35 Jahre lang 6 Prozent Zinsen eingestrichen hättest.

Aber Moment, das iPhone4 ist ja nur jetzt das hammergeilste Smartphone! In zwei Jahren wird es das iPhone6 geben, und das wird zum x-ten Mal alles verändern. Also musst du den Vertrag flugs verlängern! Und zwei Jahre später wieder, und dann wieder, und so fort… Dann kostet dich die Liebe zum iPhone (oder nachfolgenden Gadgets) stolze 150.000 Euro***, die du bei einer Geldanlage über 35 Jahre mit 6 Prozent Verzinsung hättest einstreichen können.

Nicht schlecht, was?

* Darunter verstehe ich alle Kosten, die nicht sofort beim Erwerb eines Produkts oder einer Dienstleistung anfallen****.
** Angenommen, dass ca. 200 Minuten im Monat telefoniert wird.
*** Je nach Vertragsvariante bis zu 154.483 Euro.
**** In einem Artikel, der sich mit Handy-Verträgen befasst, ist Kleingedrucktes absolut zwingend notwendig.

Hiermit gebe ich bekannt, dass am Sonntag, den 01.08.2010, plötzlich und unerwartet meine langjährigen Begleiter

Mastercard  und Visa Barclaycard sowie EC-Karte und Visa Dresdner

unter meinem tatkräftigen Zutun unsanft verschieden sind. Ich bedaure diesen Verlust überhaupt nicht und werde sie keine Sekunde vermissen. Sie wurden ihrem Wunsch entsprechend im Mülleimer unter der Spüle beigesetzt.

In großer Erleichterung

Klaus

The principles of building yourself a sound financial basis and living a responsible lifestyle haven’t changed much over the centuries. Thus wrote Benjamin Franklin, founding father of the United States of America, 260 years ago:

  • if you would be wealthy, think of saving as well as getting
  • there are no gains without pains
  • beware of little expenses – a small leak will sink a great ship
  • he that goes a borrowing goes a sorrowing
  • Taxes are indeed very heavy but we are taxed twice as much by our idleness, three times as much by our pride, and four times as much by our folly.
  • pride breakfasted with plenty, dined with poverty, and supped with infamy.
  • think what you do when you run in debt; you give to another power over your liberty
  • If you would have a faithful servant, serve yourself.
  • Great estates may venture more, but little boats should keep near shore.
  • For age and want, save while you may; no morning sun lasts a whole day.

Benjamin Franklin, The Way to Wealth

Praktisch jeder kann diese Geschichten erzählen: Wie die Studentenbude vor der wichtigen Prüfung plötzlich wie von Zauberhand in Hochglanz erstrahlte oder vor der Abgabe der Präse beim Abteilungsleiter noch jede Menge Mails bearbeitet sein wollen. Das psychologische Phänomen der Prokrastination, bei dem wir eigentlich dringende, kritische Aufgaben zugunsten von bedeutungslosen aufschieben, hat inzwischen eine ganze Ratgeber-Industrie hervorgebracht rund um Selbstorganisation, Zeitmanagement & Co.

Aber als guter Schwabe ist mir natürlich gleich ein positiver Aspekt der eigentlich unerwünschten Prokrastination aufgefallen: Gezielt eingesetzt, lassen sich mit Hilfe von Prokrastination überflüssige Käufe vermeiden und jede Menge Geld sparen! Einfach vor dem nächsten verlockend-sinnfreien Gelegenheitskauf spontan das Handy zücken und die Inbox ausmisten oder die Freundin/den Freund anrufen und ihr/ihm mal wieder was nettes sagen. Jede Wette, dass die so unverzichtbar scheinende, super-wichtige Neuanschaffung am nächsten Morgen längst vergessen ist?

Und schon braucht man weniger Stauraum und hat mehr Cash auf dem Konto!




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