Archive for the ‘weniger ist mehr’ Category

Ein großartiges Beispiel, wie man mit multifunktionalen Ansätzen und Ideen zur flexiblen Nutzung von Wohnraum aus einem kleinen, heruntergekommenen Studio ein elegantes, cooles Loft machen kann, ist das Projekt Transformer von Studio Garneau. Das Schlafzimmer kann mit zwei einfachen Kniffen komplett in das Wohnzimmer integriert werden – nur das Bett in die Wand klappen und die Trennwand zusammenschieben. Ist die Trennwand dagegen ausgefahren, gibt sie die Hausbibliothek frei und dient zugleich als Videoprojektionsfläche.

Neben diesen die Raumaufteilung und -nutzung betreffenden Aspekten und dem schlicht-modernen Look & Feel der Wohnung gefallen mir aber besonders die vielen kleinen Details, die wunderbar durchdacht und ganz zurückhaltend integriert – fast versteckt – sind. Siehe etwa die Ablage im Bad, bei der die Handtuchhalter auch gleich noch als Griffe dienen. Großartig!

Via Desire to inspire

 

…wenn man es benutzt, um anderen eine Freude zu machen. :-)

Michael Norton schildert in einem beeindruckenden TED-Talk, wie Menschen glücklicher werden, indem sie anderen Menschen etwas schenken – anstatt das Geld für sich zu behalten. Das funktioniert offenbar kulturübergreifend, in Industrieländern genauso wie in Entwicklungsländern, nur dass man andere Dinge verschenkt.

Intelligente Architekten und Designer zeigen: Es muss nicht immer das Einfamilienhaus im Grünen oder das 200qm-Industrieloft sein. Mit Kreativität und smarten Lösungen für den Alltag kann man auch aus sehr wenig Raum ein gemütliches oder stylisches Zuhause machen. Ein Beispiel für optimale Nutzung eines winzigen und noch dazu dreieckigen Grundstücks zeigt dieser Beitrag aus Tokyo (via Shoebox Dwelling):

Mein persönlicher Favorit ist aber diese Eigentumswohnung in Hongkong. Mit frei im Raum verschiebbaren und verschiedenen Funktionen ausgestatteten Wänden kann ein ca. 30qm großes Apartment wahlweise in eine Bibliothek, ein Heimkino, ein Büro, Schlafzimmer, Küche oder Bad umfunktioniert werden. Und das sieht auch noch todschick aus!

Wir haben alle viel zu viel Kram im Schrank, den wir nicht benutzen und der für uns eigentlich wertlos ist, mit dem andere aber durchaus noch was anfangen können. Um diesen Kram etwas abzubauen, habe ich heute wieder 20 Sachen, die ich nicht mehr brauche, in meinen Rucksack gepackt. Mit 5 DVDs, 3 CDs, 4 Büchern, 2 Poloshirts, 1 Winterjacke, 1 Hose und 3 Hemden ging es wie im letzten Jahr zu Oxfam.

Waum Oxfam? Ganz einfach: Anders als so manch andere Hilfsorganisation überschwemmt Oxfam nicht die Märkte in Entwicklungsländern mit in Deutschland gespendeten Klamotten. Vielmehr werden die gespendeten Sachen direkt bei uns im Second Hand-Prinzip verkauft und die so gewonnenen Gelder dann für einen guten Zweck eingesetzt. So wärmt meine alte Winterjacke, statt bei mir im Schrank zu vergammeln, noch jemand anderen und unterstützt auch noch die Arbeit von Oxfam in der Dritten Welt.

Also, was hat sich bei dir im Schrank so alles angesammelt?

Wenn ja, dann müsste der Fleece-Pulli, in dem ich gerade vor dem Rechner sitze, eine ordentliche Schicht mit sich tragen! Ich kann nicht genau sagen, wie alt dieser Pulli eigentlich ist. Die älteste Erinnerung, die mir im Zusammenhang mit dem Pulli einfällt, war ein Moment als ein neben mir sitzender Schulfreund eine Bemerkung darüber machte, dass ich in dem Ding ja unmöglich frieren könnte. Das dürfte in der elften Klasse gewesen sein, also etwa 1995. Damals war Helmut Kohl noch Kanzler, es gab noch die D-Mark und meine kleine Schwester – heute Lehrerin und glücklich verheiratete Mutter eines süßen Jungen – saß mit Zahnspange vor einem Röhrenfernseher und guckte sich Beverly Hills 90210 an.

Damit wäre der Pulli mindestens 15 Jahre alt, und er war mir in der ganzen Zeit ein treuer Begleiter auf vielen Wegen. Erstaunlicherweise ist die Zeit (fast) spurlos an ihm vorbeigegangen. OK, er ist ein bisschen ausgebeult und nicht gerade schick, aber muss man einen Pulli allein deshalb etwa aussortieren? Ich hab ihn einfach liebgewonnen und auch wenn er die meiste Zeit über der Lehne meines Sessels hängt, ich trage ihn doch immer wieder. Er fühlt sich einfach gut an! So, als würde ich mir mit ihm auch ein Stück meiner Jugend überstreifen :-)

Ich wohne seit knapp 5 Jahren in meiner Wohnung, in die ich direkt nach dem Studium einzog. Damals hab ich eine überschaubare Menge an Zeug mitgebracht, aber in 5 Jahren sammelt sich einiges an. Inzwischen musste ich mein Regal zweimal und meinen Kleiderschrank einmal vergrößern, und meine DVD-Sammlung wächst munter weiter. Zudem fällt es mir manchmal recht schwer, mich von Dingen zu trennen, auch wenn ich sie so gut wie nie benutze. Um die diversen Hürden beim Wegwerfen von Dingen zu überwinden, habe ich mir jetzt folgende Strategie überlegt:

  1. Ich setze mir einen festen, wiederkehrenden Termin fürs Ausmisten: Vor ein paar Monaten hab ich mir fest vorgenommen, ab sofort einmal im Jahr, nämlich jeweils um Weihnachten herum, eine große Ausmist-Aktion durchzuziehen. Bei einzelnen Gegenständen ist es nämlich viel zu einfach, sie mal eben in die Schublade zu schieben.
  2. Ich werde eine bestimmte Anzahl Dinge los, egal was: Als Ziel habe ich mir für das erste Jahr 20 Dinge gesetzt, um mal ein Gefühl  dafür zu kriegen, wie gut das funktioniert. 20 ist als Zahl groß genug, dass es ein ambitioniertes Ziel ist, das einen gewissen Ehrgeiz weckt, sie erscheint mir aber realistisch machbar.
  3. Ich werfe nicht einfach weg, sondern spende die Sachen: Damit trickse ich den “Das ist doch noch gut, das kann man noch mal gebrauchen”-Gedanken aus und verknüpfe die Ausmist-Aktion mit einer emotionalen Belohnung, indem ich Gutes tue.
  4. Ich committe mich öffentlich: Damit ich nicht mehr einfach zurück kann, habe ich in den letzten Monaten sowohl Familie als auch Freunden von der Ausmist-Aktion erzählt. Und jetzt schreibe ich hier im Blog davon. Das sollte als committment reichen.

Das ist der Plan.

Die Umsetzung sieht so aus: Ich hab 3 CDs, 2 DVDs, 5 Bücher, 1 Cordjacke, 1 Cordhose, 3 T-Shirts und 5 Hemden aussortiert, insgesamt also 20 Dinge. Das ging eigentlich ziemlich schnell und einfach, vielleicht sollte ich die Zahl für nächstes Jahr auf 25 erhöhen. Damit geht es morgen ab zu Oxfam. Was die nicht nehmen wollen, landet im Müll.

Etwas mehr Platz in Regal und Schrank und außerdem ein gutes Gefühl :-)

Hiermit gebe ich bekannt, dass am Sonntag, den 01.08.2010, plötzlich und unerwartet meine langjährigen Begleiter

Mastercard  und Visa Barclaycard sowie EC-Karte und Visa Dresdner

unter meinem tatkräftigen Zutun unsanft verschieden sind. Ich bedaure diesen Verlust überhaupt nicht und werde sie keine Sekunde vermissen. Sie wurden ihrem Wunsch entsprechend im Mülleimer unter der Spüle beigesetzt.

In großer Erleichterung

Klaus

Praktisch jeder kann diese Geschichten erzählen: Wie die Studentenbude vor der wichtigen Prüfung plötzlich wie von Zauberhand in Hochglanz erstrahlte oder vor der Abgabe der Präse beim Abteilungsleiter noch jede Menge Mails bearbeitet sein wollen. Das psychologische Phänomen der Prokrastination, bei dem wir eigentlich dringende, kritische Aufgaben zugunsten von bedeutungslosen aufschieben, hat inzwischen eine ganze Ratgeber-Industrie hervorgebracht rund um Selbstorganisation, Zeitmanagement & Co.

Aber als guter Schwabe ist mir natürlich gleich ein positiver Aspekt der eigentlich unerwünschten Prokrastination aufgefallen: Gezielt eingesetzt, lassen sich mit Hilfe von Prokrastination überflüssige Käufe vermeiden und jede Menge Geld sparen! Einfach vor dem nächsten verlockend-sinnfreien Gelegenheitskauf spontan das Handy zücken und die Inbox ausmisten oder die Freundin/den Freund anrufen und ihr/ihm mal wieder was nettes sagen. Jede Wette, dass die so unverzichtbar scheinende, super-wichtige Neuanschaffung am nächsten Morgen längst vergessen ist?

Und schon braucht man weniger Stauraum und hat mehr Cash auf dem Konto!

I just came across a list of the “27 sickest things you’ve done to save money” which contained (among some truly funny sick stuff) these two items:

15. Rice with cinnamon for breakfast, rice with soy sauce for lunch, rice with ketchup for dinner. If I was feeling very saucy (!) I would mix the soy sauce and ketchup.

14. One winter we ate rabbit about 6 times per week and I was sucky at cooking it.

I wonder if it occurred to the readers who sent this in or the staff at the consumerist who put it on the list, that there are more than1 billion people on this planet who suffer from hunger. They would be glad to have rice three times a day and will never in their (short) lifes get to eat rabbit!

Eating rice day in and day out just to save a couple of bucks may seem like a stupid or even sick thing to do. But when you think about it: It takes a lot of discipline and willpower to carry this through (especially when you think of all the advertisements), as well as courage in the face of friends, family and colleagues who might call you crazy – or sick.

But considering a billion hungry people, eating just rice is not sickening at all. Actually, it’s exemplary! What’s really sick is the mindset we’re stuck in which has us believing that an irresponsible lifestyle is the only appropriate lifestyle.




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