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Kurz vor Beginn der soeben zu Ende gegangenen Bundesligasaison hatte Christoph Biermann prognostiziert, welche Vereine die Saison im “Niemandsland” der Tabelle beenden würden. Seine Vorhersage damals:

7. Werder Bremen
8. VfB Stuttgart
9. Eintracht Frankfurt
10. Borussia Mönchengladbach
11. TSG Hoffenheim
12. FC Köln

Ich hatte damals jegliche Prognosen dieser Art als Quatsch abgetan und prognostiziert, dass Biermann mit keiner einzigen der Platzierungen richtig liegen würde. Tja, am Ende haben ihm dann doch tatsächlich der Hoffenheimer Reortenverein den Gefallen getan und sich auf dem von Biermann geratenen Platz 11 eingefunden. *indietischplattebeiss* Hoffentlich steigt dieses Milliardärsspielzeug nächste Saison endlich ab…

Davon abgesehen schnitten die meisten der Teams aber völlig anders ab als Biermann es prognostiziert hatte:

    – Bremen 6 Plätze schlechter als gedacht
    - Stuttgart spielte lange gegen den Abstieg und rettete sich erst in den letzten Spielen auf Platz 12, 4 Plätze schlechter als prognostiziert
    - Frankfurt ganze 8 Plätze schlechter und damit abgestiegen
    -Gladbach 6 Plätze schlechter und damit in der Relegation
    - Hoffenheim ist eh zu nichts zu gebrauchen
    - Köln kämpfte wie der VfB lange gegen den Abstieg, beendet die Saison aber tatsächlich besser als von Biermann gedacht.

Im Schnitt lag der renommierte Sportjournalist bei seiner Prognose somit um 4,3 Plätze daneben.

Kompliziertes Wort, wa? Es ist aber auch kompliziert, sich in die Denkstrukturen mancher Menschen zu versetzen, so auch die einiger meiner Nachbarn von gegenüber. Die wohnen in wunderbar lichtdurchfluteten Wohnungen, was an und für sich ne tolle Sache ist – allerdings braucht es dafür in Hamburg vollverglaste Wohnzimmer mit Südausrichtung. Und Süden bedeutet in diesem Fall, dass die vollverglasten Wohnzimmer auf die Barmbeker Straße gehen, eine der meistbefahrenen Durchgangsstraßen Hamburgs mit fast 40.000 Kfz am Tag.

So bekomme nicht nur ich mit, dass die Nachbarin im dritten Stock links an Sonntagen auch mal gern in Unterwäsche auf der Couch abhängt, oder dass die Nachbarn im zweiten Stock rechts sich keinen Tatort entgehen lassen. Jeden Tag könnten das potenziell zehntausende Passanten mitkriegen. Das hat die Leute aber nicht gehindert, 300.000 Euro und mehr für diese schicken lichtdurchfluteten Wohnungen zu bezahlen.

Doch eines Tages gab ein böser amerikanischer Großkonzern bekannt, Fotos von Straßenzügen allgemein zugänglich zu machen. Panik ergriff die Bewohner der Barmbeker Straße 40a/b angesichts dieses Eingriffs in ihre so sehr geschätzte, wohl gehütete Privatsphäre! Denn, oh Schreck, nun würde der Einblick in ihre Wohnzimmer nicht mehr auf ein paar zehntausend Hamburger beschränkt sein, plötzlich könnte jeder in ihr Heim spicken!

Also stürzten sich die Bewohner der Barmbeker Straße 40a/b unerschrocken in den Kampf um ihre Privatsphäre  und ließen ihre Hausfassade bei Google verpixeln. Jetzt können sie sich wieder beruhigt in die Abgeschiedenheit ihrer vollverglasten Wohnzimmer zurückziehen, im Vertrauen darauf, dass ihre Privatsphäre nur durch ein paar zehntausend Passanten am Tag kompromittiert wird.

Besagte Fassade sieht übrigens so aus (größere Variante auf Panoramio):

Just came across an impressive infographic about the size of the internet, which is estimated at 5 million Terabytes of data. This number comes from Google CEO Eric Schmidt and was apparently mentioned in an interview in 2005, so it’s totally outdated – but whether the internet is 5 million Terabytes or 500 million Terabytes is not the point. The point is that Google claims to have indexed 0.004 percent of all this!

Now we can safely say that if you can’t find something on Google, it will be pretty hard to find it at all – unless you already know where to look. Ergo,  99.996 percent of the internet are pretty much unknown.

Thanks to my dear colleague Vivian for sharing!




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