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Drei Wochen lang habe ich mich im Südwesten Chinas herumgetrieben und viel Spaß gehabt, tolle Erfahrungen gemacht, viel und lecker gegessen und mir dabei nur einmal den Magen verdorben und fantastisch schöne Landschaften gesehen. Ein paar Dinge habe ich auch gelernt, und die möchte  ich hier gerne weitergeben.
10 Dinge, die man für eine China-Reise beachten sollte:
  1. Was für die Türkei galt, gilt genauso auch für China: Niemals das Hotel verlassen, ohne Klopapier mitzunehmen. Denn in öffentlichen Toiletten gibt es generell keines.
  2. Immer Name und Adresse des Hotels in chinesischer Schrift mit sich führen, damit man die im Notfall einfach einem Taxifahrer oder Passanten zeigen kann. Denn Englisch spricht so gut wie niemand.
  3. Essen ist unglaublich günstig, selbst für fantastisch leckere gegrillte Austern hab ich nur ein paar Euro bezahlt. Ein komplettes, mehrgängiges Abendessen im Restaurant bekommt man teilweise für unter 10 Euro pro Person. Also auch wenn man sich nicht sicher ist, was man da eigentlich bestellt: Einfach ausprobieren! Und besser nicht im Hotel essen, denn die kassieren bei den Touristen gerne mal ab.
  4. Wo wir beim Essen sind: Servietten gibt es in China nicht (schließlich ist man zivilisiert und isst mit Stäbchen und nicht mit den Händen), auf Nachfrage bekommt man – gegen Bezahlung – aber so kleine Päckchen mit Tissues, mit denen man sich ein bisschen Hände und Mund abtupfen kann.
  5. Nochmal Essen: Wenn man im Westen und Süden unterwegs ist, wird nahezu jedes Gericht mit Chili zubereitet und ist entsprechend scharf. Da kann es dann auch passieren, dass ein Päckchen Tissues nicht reicht, um den Schweiß aufzunehmen.
  6. Sich besser nicht auf die Hilfsbereitschaft anderer verlassen. Das klingt hart, genau so hab ich es aber wahrgenommen: Hilfsbereite Chinesen muss man mit der Lupe suchen, in der Regel wird jeglicher Kontakt mit Ausländern so gut es geht abgeblockt. Und auch Chinesen selbst sind oft angesichts des schlechten Service ihrer Landsleute frustriert.
  7. Nicht wundern, wenn man als Fotomotiv dient. Angegafft wird man als Ausländer sowieso, besonders wenn man eine irgendwie auffallende Erscheinung hat und etwa groß ist, blonde Haare oder einen Bart hat. Am neugierigsten sind Kinder, was zu lustigen Erlebnissen führen kann.
  8. Es gibt verschiedene Klassen von Zügen: Hochgeschwindigkeit, Intercity und Bummelzüge. Die Hochgeschwindigkeitszüge sind vergleichbar mit dem, was wir in Deutschland erwarten, wenn wir in einen Zug einsteigen. Bei den anderen Zügen merkt man sofort, dass China noch ein Entwicklungsland ist. Abseits der Metropolen ist man meistens auf diese Züge angewiesen, in diesem Fall sollte man unbedingt einen Platz im Schlafwagen nehmen, die Reise im Sitzwagen ist absolut kein Spaß! Vor allem, weil man meist mit Reisezeiten von 6-20 Stunden rechnen muss.
  9. A propos Zugreise, Zugtickets kann man immer nur an dem Bahnhof kaufen, an dem der Zug auch abfährt! Also nichts mit vorab reservieren und so. Am besten direkt nach einer Zugfahrt am Bahnhof das Ticket für die spätere Weiterfahrt kaufen, damit man eine höhere Chance auf einen Schlafwagen hat (ein typischer Zug hat vielleicht 7-8 Sitzwagen und 2-3 Schlafwagen).
  10. Selbst in wirklich guten Hotels wird das Warmwasser meist mit einem Boiler erzeugt/gespeichert. Ist man mit mehreren Personen unterwegs, sollte man das beim morgendlichen Duschen einkalkulieren und besser sparsam mit dem Warmwasser umgehen.

Wie wir drauf kamen erinnere ich nicht mehr, jedenfalls war heute morgen im Büro das Reiseziel Australien und Neuseeland im Gespräch. Dabei habe ich recht erstaunte Reaktionen geerntet mit meiner Aussage, dass “Down under” mich überhaupt nicht interessiert und es niemals in meine imaginäre Hitliste der Reiseziele schaffen würde. OK, es gibt dort wunderschöne Landschaften, aber nur wegen Landschaften würde ich niemals rund um den Globus fliegen. Atemberaubende Landschaften gibt es auch in Südtirol, Polen, Frankreich, Schottland, auf Island oder Madeira. Klingt nur nicht so sexy wie Australien.

Ich hab diesen Gedankengang dann mal zum Anlass genommen, meine Top Destinationen in zwei Listen (eine für kurze Reisen von ein paar Tagen und eine für wochenlange Fernreisen) zusammenzufassen. Wie nicht anders zu erwarten, dominieren darin Ziele mit einzigartigen kulturellen und historischen Schätzen, vielleicht mit Ausnahme von Island und Südafrika, die aber auch jeweils am Ende der Liste auftauchen.

Top10 Kurzreisen:

  1. Paris
  2. London
  3. Rom
  4. Prag
  5. Lissabon
  6. New York
  7. St. Petersburg
  8. Athen
  9. Island
  10. Venedig

Und die Fernreisen von mehreren Wochen:

  1. Japan (Kansai, Tokyo & Nikko, Hokkaido)
  2. Mittelamerika (Guatemala, Mexiko, Honduras)
  3. Türkei (Lykien, Kappadokien, Pergamon)
  4. Indien
  5. Westafrika (Senegal, Mauretanien, Marokko)
  6. Naher Osten (Jerusalem, Kairo, Damaskus)
  7. Moskau-Peking mit der Transsib
  8. Peru
  9. Sri Lanka
  10. Südafrika & Botswana

Kürzlich war ich zwei Wochen in der Türkei. Es war großartig, ich hatte viel Spaß, spannende Begegnungen und Erlebnisse und habe viel gelernt. Unter anderem auch einige schmerzhafte Lektionen, die ich gerne anderen Türkei-Reisenden mit auf den Weg geben möchte.

10 Dinge, die man bei einer Reise in der Türkei besser nicht machen sollte:

  1. Das Hotel für eine längere Zeit verlassen, ohne Klopapier mitzunehmen: In öffentlichen Toiletten (manchmal sogar in Restaurants) gibt es nämlich keins!
  2. Wegen 10 Euro Ersparnis Ferienflieger buchen: Turkish Airlines ist eine der besten Airlines, mit denen ich bisher geflogen bin (und da gehören vor-9/11-Flüge mit dazu!). Umfangreiche Auswahl an Zeitungen an Bord und mit das beste Essen, das ich je in einem Flugzeug hatte. Zudem gibt es gerade Sonderpreise für Flüge von Deutschland nach Istanbul!
  3. Die Badehose zu hause lassen: Selbst im November kann man mit ein bisschen Glück an den Stränden im Süden noch schwimmen. Und für den Hamam sollte man immer vorbereitet sein.
  4. Sich auf günstiges Shoppen freuen: Abgesehen von Fakes (bei denen man Glück aber auch ganz schön Pech haben kann, was die Qualität angeht) sind Markenprodukte genauso teuer wie bei uns. Wer “echt türkisch” shoppen möchte, sollte bei Mavi und LC Waikiki vorbeischauen.
  5. Sich auf die Pünktlichkeit von Überlandbussen verlassen: Normalerweise sind die unschlagbar günstig und ziemlich bequem. Man kommt mit denen auch fast überall hin, nur wenn die Ankunft am Ziel kritisch ist (z.B. wenn man einen Flug erreichen muss), sehr großzügig kalkulieren und lieber ein paar Stunden mehr für die Fahrt einplanen.
  6. Aus Angst vor Verdauungsproblemen auf Experimente mit der türkischen Küche verzichten: Es gibt so viele leckeren Gerichte, das darf man sich nicht entgehen lassen! Empfehlung für Istanbul: Einmal bei Haci Abdullah das ganze Menü durchprobieren.
  7. Sich beim Frühstück mit selbstgeschmierten Brötchen eindecken: Man bekommt überall für kleines Geld leckere Snacks wie Simit (so ne Art Sesamstange), Obst (habe mich manchmal den ganzen Tag über nur von getrockneten Feigen ernährt – soooo lecker!) und natürlich die üblichen Fleischgerichte wie Köfte oder Kebab.
  8. In Touristenzentren mit ehrlichen Taxifahrern rechnen: Je höher der Anteil an Touristen an den Fahrgästen, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass man über den Tisch gezogen wird. In Großstädten hatte ich keine Probleme, nur müssen sich Taxifahrer hier manchmal selbst nach dem Weg erkundigen.
  9. Bei Sehenswürdigkeiten einen Haufen Geld für Audioguides ausgeben: Zumindest die deutschen Fassungen sind nicht so dolle, man erfährt wenig an Hintergrundinfo. Besonders, wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist, könnte es sich lohnen, einen „echten“ Reiseführer zu buchen. Einfach mal im Hotel nachfragen.
  10. Der absolut größte Fehler, den man als Tourist in der Türkei machen kann, ist aber: Den ganzen Urlaub nur stumpf am Pool liegen! Das Land ist so schön und vielfältig, die Menschen sind so offen und freundliche, die Kultur beeindruckend und lehrreich – wer da nicht möglichst viel von mitnimmt, raus geht und sich unter die Menschen mischt, dem ist echt nicht zu helfen!




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