Archive for the ‘psychologie’ Category

…wenn man es benutzt, um anderen eine Freude zu machen. :-)

Michael Norton schildert in einem beeindruckenden TED-Talk, wie Menschen glücklicher werden, indem sie anderen Menschen etwas schenken – anstatt das Geld für sich zu behalten. Das funktioniert offenbar kulturübergreifend, in Industrieländern genauso wie in Entwicklungsländern, nur dass man andere Dinge verschenkt.

damit einem auch ganz bestimmt nichts passiert :-)

Ich liebe dieses Foto! Den Spirit den der Typ ausstrahlt, und die aberwitzige Ironie dieses Helms. Grandios!

via Fuck you very much

Ich wohne seit knapp 5 Jahren in meiner Wohnung, in die ich direkt nach dem Studium einzog. Damals hab ich eine überschaubare Menge an Zeug mitgebracht, aber in 5 Jahren sammelt sich einiges an. Inzwischen musste ich mein Regal zweimal und meinen Kleiderschrank einmal vergrößern, und meine DVD-Sammlung wächst munter weiter. Zudem fällt es mir manchmal recht schwer, mich von Dingen zu trennen, auch wenn ich sie so gut wie nie benutze. Um die diversen Hürden beim Wegwerfen von Dingen zu überwinden, habe ich mir jetzt folgende Strategie überlegt:

  1. Ich setze mir einen festen, wiederkehrenden Termin fürs Ausmisten: Vor ein paar Monaten hab ich mir fest vorgenommen, ab sofort einmal im Jahr, nämlich jeweils um Weihnachten herum, eine große Ausmist-Aktion durchzuziehen. Bei einzelnen Gegenständen ist es nämlich viel zu einfach, sie mal eben in die Schublade zu schieben.
  2. Ich werde eine bestimmte Anzahl Dinge los, egal was: Als Ziel habe ich mir für das erste Jahr 20 Dinge gesetzt, um mal ein Gefühl  dafür zu kriegen, wie gut das funktioniert. 20 ist als Zahl groß genug, dass es ein ambitioniertes Ziel ist, das einen gewissen Ehrgeiz weckt, sie erscheint mir aber realistisch machbar.
  3. Ich werfe nicht einfach weg, sondern spende die Sachen: Damit trickse ich den “Das ist doch noch gut, das kann man noch mal gebrauchen”-Gedanken aus und verknüpfe die Ausmist-Aktion mit einer emotionalen Belohnung, indem ich Gutes tue.
  4. Ich committe mich öffentlich: Damit ich nicht mehr einfach zurück kann, habe ich in den letzten Monaten sowohl Familie als auch Freunden von der Ausmist-Aktion erzählt. Und jetzt schreibe ich hier im Blog davon. Das sollte als committment reichen.

Das ist der Plan.

Die Umsetzung sieht so aus: Ich hab 3 CDs, 2 DVDs, 5 Bücher, 1 Cordjacke, 1 Cordhose, 3 T-Shirts und 5 Hemden aussortiert, insgesamt also 20 Dinge. Das ging eigentlich ziemlich schnell und einfach, vielleicht sollte ich die Zahl für nächstes Jahr auf 25 erhöhen. Damit geht es morgen ab zu Oxfam. Was die nicht nehmen wollen, landet im Müll.

Etwas mehr Platz in Regal und Schrank und außerdem ein gutes Gefühl :-)

Fast jeder hat heute ein Facebook-Profil. Für mich ist es gewissermaßen eine berufliche Notwendigkeit, auf Facebook präsent zu sein. Psychologische Untersuchungen haben gezeigt, dass es allerdings hauptsächlich 7 verschiedene Motivationen dafür gibt. Über welche Grundregeln man sich außerdem bewusst sein sollte, hat Jeremy Dean im geschätzten Psyblog ausführlicher aufgeschrieben:

  • Du solltest zwischen 100 und 300 Freunde haben (alles andere wirkt lächerlich)
  • Deine Freunde sollten möglichst attraktiv wirken (sonst ziehen sie dich in den Augen anderer runter)
  • Du kannst davon ausgehen, dass die meisten Dinge in den Profilen anderer stimmen
  • Dein Freund/Freundin wird dir durch das Profil mehr nachstöbern und tendenziell eifersüchtiger sein
  • und (surprise, surprise): Du solltest dir genau überlegen, was du von dir preisgibst

Die ausführliche Version wie gesagt auf dem Psyblog. Interessant daran fand ich vor allem, dass der Ratschlag aus dem Real Life “Umgib dich mit Menschen, die etwas hässlicher (oder weniger gutaussehend) sind als du selbst, um im Vergleich besser rüberzukommen” nicht für das eigene Profil im Social Network gilt. Ich vermute mal, dass ein Profil weniger als Individuum wahrgenommen wird als eine Person, die vor einem steht, sondern eher als Bestandteil eine Gruppe. Und wenn diese Gruppe tendenziell unattraktiv wirkt, färbt das auf das einzelne Profil ab.

Das aber nur in aller Schnelle dahin spekuliert, jetzt muss ich erstmal ne Gesichtskontrolle bei den Profilfotos meiner Freunde machen ;-)

In meinem Job und als Moderator eines großen Politik-Forums laufen mir ständig Verschwörungstheorien über den Weg. Das Internet ist voll davon, es ist geradezu das ideale Biotop dafür, denn es ermöglicht ein einfaches Zusammentragen von “Fakten”. Das sieht dann oft so aus: wilde Listen mit kruden “Indizien”, alle Andersdenkenden lügen und aussenrum Werbebanner für magnetische Betten. So weit kann es kommen.

Verschwörungstheorien folgen in der Regeln den immergleichen Mustern: Internationale Grossbanken, die Geheimdienste, die Mafia, die katholische Kirche, die Vereinten Nationen oder irgend welche anderen komplexen und unzugänglichen Organisationen ziehen im Hintergrund die Fäden und tragen die Verantwortung für so ziemlich alles: Die Ermordung von Präsidenten und Päpsten, 9/11, die Finanzkrise und jetzt natürlich auch die Ölkrise im Golf von Mexiko. Denn irgendeine Assoziationskette lässt sich immer aufbauen und zur Not kann man auch den Schnupfen der Nachbarin der internationalen Verschwörung des Großkapitalismus in die Schuhe schieben, denn schließlich ist die Schweinegrippe in den Laboren der Pharmakonzerne entstanden und von der CIA verbreitet worden.

Aber woher kommt diese große Anziehungskraft?

Der Reiz der Verschwörungstheorien liegt darin, dass sie die Komplexität der Welt reduzieren und – lässt man sich auf ihre abstruse Logik ein – einfache Erklärungen für scheinbar unerklärliche Phänomene oder Ereignisse liefern. Denn indem die Finanzkrise bösen Kräften in die Schuhe geschoben wird,  entfällt die Auseinandersetzung mit den hochkomplizierten Zusammenhängen der Finanzwelt, und man erhält trotzdem eine Erklärung für die Frage nach dem “Warum”. Obendrein zeigen sich in diesen einfachen Erklärungen auch ganz schnell wiederkehrende Muster, welche die Idee der allumfassenden Verschwörung noch verstärken. Der Klassiker schlechthin ist das “Totschweigen in den Medien”, das bei fast allen Verschwörungstheorien auftritt. Einzige logische Erklärung des Verschwörungstheoretikers für das Desinteresse der etablierten Medien an seiner Verschwörung ist natürlich, dass sie Teil der Verschwörung sind.

Dabei kann man den Anhängern dieser Theorien eigentlich keinen Vorwurf machen: Unser Gehirn sucht vollautomatisch und unterbewusst ständig nach wiederkehrenden Mustern in unserer Umwelt und stellt ursächliche Bezüge her, wo keine sind. Menschen fühlen sich besser, wenn sie glauben, die Ursache für etwas zu kennen und versuchen permanent, diese Ursachen in Einklang mit ihrem Welt- und Selbstbild zu bringen (Sensemaking). Dabei werden Informationen sehr selektiv wahrgenommen und priorisiert, in Abhängigkeit von früheren Erkenntnissen und vor allem unter dem Aspekt der Plausibilität.

Der Boom der Verschwörungstheorien hängt meiner Meinung nach mit zwei parallelen Entwicklungen zusammen: Der schwindenden Bedeutung von Religion und Glaube auf der einen und der massiven Zunahme an verfügbaren Informationen über die Komplexität der Welt auf der anderen Seite. Früher wurden krisenhafte oder generell schwer erklärbare Phänomene oder Ereignisse hauptsächlich auf den “Willen Gottes” geschoben (insofern stellen auch Religionen eine Art Verschwörungstheorie dar). Gott ist aber für viele Menschen heute keine überzeugende Erklärung mehr, und sie machen sich auf die Suche nach anderen Erklärungsmustern. Auf der Suche nach Ursachen werden sie mit einer gigantischen Fülle verwirrender Informationen konfrontiert, die ein Gefühl des Kontrollverlusts und damit der Bedrohung hervorbringen. Aus dieser diffusen Bedrohungssituation heraus werden dann selektiv Zusammenhänge hergestellt, wo keine sind.

Psychologische Experimente haben gezeigt, dass sich die Tendenz zu Verschwörungstheorien schlagartig reduziert, wenn Menschen das Gefühl haben, eine Situation zu kontrollieren. Der beste Weg dazu ist, sie an ihre Stärken, positiven Eigenschaften und verankerten Werte zu erinnern. Ein bisschen mehr davon ürde uns allen gut tun, ob Verschwörungstheoretiker oder nicht.

Grade auf SPon gesehen, dass die Kanzlerin jetzt eine “Integrationsdebatte ohne Tabus” fordert. Jawoll, endlich!

Merkel redet jetzt Tacheles und spricht auch unbequeme Themen an, die man bisher gerne unter den Teppich gekehrt hat. Wie etwa das völlig Versagen aller bisherigen Regierungen in der Integrationspolitik. Oder den alltäglichen Rassismus, dem Migranten permanent ausgesetzt sind und der dazu führt, dass Schüler mit ausländischen Namen schlechtere Noten bekommen (bei gleichen Leistungen) und hochqualifizierte Migranten als Taxifahrer arbeiten müssen, weil ihre ausländischen Universitäts-Abschlüsse hierzulande nicht anerkannt werden.

In “Bild am Sonntag” sagte sie, die statistisch erwiesene erhöhte Gewaltbereitschaft strenggläubiger muslimischer Jugendlicher dürfe man nicht tabuisieren: “Das ist ein großes Problem, und wir können offen darüber sprechen, ohne dass der Verdacht der Fremdenfeindlichkeit aufkommt.”

Danke, Frau Merkel, dass Sie den Mut aufgebracht haben, dieses Tabu-Thema den Stammtischen zum Fraß vorzuwerfen! So kommt endlich frischer Wind in die Integrationsdebatte!

Praktisch jeder kann diese Geschichten erzählen: Wie die Studentenbude vor der wichtigen Prüfung plötzlich wie von Zauberhand in Hochglanz erstrahlte oder vor der Abgabe der Präse beim Abteilungsleiter noch jede Menge Mails bearbeitet sein wollen. Das psychologische Phänomen der Prokrastination, bei dem wir eigentlich dringende, kritische Aufgaben zugunsten von bedeutungslosen aufschieben, hat inzwischen eine ganze Ratgeber-Industrie hervorgebracht rund um Selbstorganisation, Zeitmanagement & Co.

Aber als guter Schwabe ist mir natürlich gleich ein positiver Aspekt der eigentlich unerwünschten Prokrastination aufgefallen: Gezielt eingesetzt, lassen sich mit Hilfe von Prokrastination überflüssige Käufe vermeiden und jede Menge Geld sparen! Einfach vor dem nächsten verlockend-sinnfreien Gelegenheitskauf spontan das Handy zücken und die Inbox ausmisten oder die Freundin/den Freund anrufen und ihr/ihm mal wieder was nettes sagen. Jede Wette, dass die so unverzichtbar scheinende, super-wichtige Neuanschaffung am nächsten Morgen längst vergessen ist?

Und schon braucht man weniger Stauraum und hat mehr Cash auf dem Konto!




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