Archive for September 2010

Fast jeder hat heute ein Facebook-Profil. Für mich ist es gewissermaßen eine berufliche Notwendigkeit, auf Facebook präsent zu sein. Psychologische Untersuchungen haben gezeigt, dass es allerdings hauptsächlich 7 verschiedene Motivationen dafür gibt. Über welche Grundregeln man sich außerdem bewusst sein sollte, hat Jeremy Dean im geschätzten Psyblog ausführlicher aufgeschrieben:

  • Du solltest zwischen 100 und 300 Freunde haben (alles andere wirkt lächerlich)
  • Deine Freunde sollten möglichst attraktiv wirken (sonst ziehen sie dich in den Augen anderer runter)
  • Du kannst davon ausgehen, dass die meisten Dinge in den Profilen anderer stimmen
  • Dein Freund/Freundin wird dir durch das Profil mehr nachstöbern und tendenziell eifersüchtiger sein
  • und (surprise, surprise): Du solltest dir genau überlegen, was du von dir preisgibst

Die ausführliche Version wie gesagt auf dem Psyblog. Interessant daran fand ich vor allem, dass der Ratschlag aus dem Real Life “Umgib dich mit Menschen, die etwas hässlicher (oder weniger gutaussehend) sind als du selbst, um im Vergleich besser rüberzukommen” nicht für das eigene Profil im Social Network gilt. Ich vermute mal, dass ein Profil weniger als Individuum wahrgenommen wird als eine Person, die vor einem steht, sondern eher als Bestandteil eine Gruppe. Und wenn diese Gruppe tendenziell unattraktiv wirkt, färbt das auf das einzelne Profil ab.

Das aber nur in aller Schnelle dahin spekuliert, jetzt muss ich erstmal ne Gesichtskontrolle bei den Profilfotos meiner Freunde machen ;-)

Ich stelle mir das ungefähr so vor:

In meinem Job und als Moderator eines großen Politik-Forums laufen mir ständig Verschwörungstheorien über den Weg. Das Internet ist voll davon, es ist geradezu das ideale Biotop dafür, denn es ermöglicht ein einfaches Zusammentragen von “Fakten”. Das sieht dann oft so aus: wilde Listen mit kruden “Indizien”, alle Andersdenkenden lügen und aussenrum Werbebanner für magnetische Betten. So weit kann es kommen.

Verschwörungstheorien folgen in der Regeln den immergleichen Mustern: Internationale Grossbanken, die Geheimdienste, die Mafia, die katholische Kirche, die Vereinten Nationen oder irgend welche anderen komplexen und unzugänglichen Organisationen ziehen im Hintergrund die Fäden und tragen die Verantwortung für so ziemlich alles: Die Ermordung von Präsidenten und Päpsten, 9/11, die Finanzkrise und jetzt natürlich auch die Ölkrise im Golf von Mexiko. Denn irgendeine Assoziationskette lässt sich immer aufbauen und zur Not kann man auch den Schnupfen der Nachbarin der internationalen Verschwörung des Großkapitalismus in die Schuhe schieben, denn schließlich ist die Schweinegrippe in den Laboren der Pharmakonzerne entstanden und von der CIA verbreitet worden.

Aber woher kommt diese große Anziehungskraft?

Der Reiz der Verschwörungstheorien liegt darin, dass sie die Komplexität der Welt reduzieren und – lässt man sich auf ihre abstruse Logik ein – einfache Erklärungen für scheinbar unerklärliche Phänomene oder Ereignisse liefern. Denn indem die Finanzkrise bösen Kräften in die Schuhe geschoben wird,  entfällt die Auseinandersetzung mit den hochkomplizierten Zusammenhängen der Finanzwelt, und man erhält trotzdem eine Erklärung für die Frage nach dem “Warum”. Obendrein zeigen sich in diesen einfachen Erklärungen auch ganz schnell wiederkehrende Muster, welche die Idee der allumfassenden Verschwörung noch verstärken. Der Klassiker schlechthin ist das “Totschweigen in den Medien”, das bei fast allen Verschwörungstheorien auftritt. Einzige logische Erklärung des Verschwörungstheoretikers für das Desinteresse der etablierten Medien an seiner Verschwörung ist natürlich, dass sie Teil der Verschwörung sind.

Dabei kann man den Anhängern dieser Theorien eigentlich keinen Vorwurf machen: Unser Gehirn sucht vollautomatisch und unterbewusst ständig nach wiederkehrenden Mustern in unserer Umwelt und stellt ursächliche Bezüge her, wo keine sind. Menschen fühlen sich besser, wenn sie glauben, die Ursache für etwas zu kennen und versuchen permanent, diese Ursachen in Einklang mit ihrem Welt- und Selbstbild zu bringen (Sensemaking). Dabei werden Informationen sehr selektiv wahrgenommen und priorisiert, in Abhängigkeit von früheren Erkenntnissen und vor allem unter dem Aspekt der Plausibilität.

Der Boom der Verschwörungstheorien hängt meiner Meinung nach mit zwei parallelen Entwicklungen zusammen: Der schwindenden Bedeutung von Religion und Glaube auf der einen und der massiven Zunahme an verfügbaren Informationen über die Komplexität der Welt auf der anderen Seite. Früher wurden krisenhafte oder generell schwer erklärbare Phänomene oder Ereignisse hauptsächlich auf den “Willen Gottes” geschoben (insofern stellen auch Religionen eine Art Verschwörungstheorie dar). Gott ist aber für viele Menschen heute keine überzeugende Erklärung mehr, und sie machen sich auf die Suche nach anderen Erklärungsmustern. Auf der Suche nach Ursachen werden sie mit einer gigantischen Fülle verwirrender Informationen konfrontiert, die ein Gefühl des Kontrollverlusts und damit der Bedrohung hervorbringen. Aus dieser diffusen Bedrohungssituation heraus werden dann selektiv Zusammenhänge hergestellt, wo keine sind.

Psychologische Experimente haben gezeigt, dass sich die Tendenz zu Verschwörungstheorien schlagartig reduziert, wenn Menschen das Gefühl haben, eine Situation zu kontrollieren. Der beste Weg dazu ist, sie an ihre Stärken, positiven Eigenschaften und verankerten Werte zu erinnern. Ein bisschen mehr davon ürde uns allen gut tun, ob Verschwörungstheoretiker oder nicht.

Weil Amazon nicht nur ein überwältigendes Angebot und günstige Preise bietet, was eigentlich Standard für einen Online-Händler ist, sondern darüber hinaus immer wieder mit exzellentem Service und Kundenorientierung überrascht. Folgendes ist mir neulich wiederfahren…

Leider stellte sich mein neuer, über Amazon erworbener Fotorucksack (Geburtstagsgeschenk meiner Eltern) beim Test-Einpacken der Kameraausrüstung als zu klein heraus. Ich also das Teil zurückgeschickt und gegen das nächstgrößere Modell ausgetauscht, das auch schon nach wenigen Tagen in einem gigantischen Karton geliefert wurde. Beim erneuten Einpack-Test merkte ich aber, dass ich Trottel beim Test des kleinen Rucksacks meinen Zirkularpolarisationsfilter darin vergessen und zusammen mit dem Rucksack an Amazon geschickt hatte! Wie kann man nur so doof sein?

Aber zum Glück bin ich dann nicht gleich am nächsten Tag losgelaufen und hab mir einen Ersatz besorgt. Denn es dauerte nicht lange, bis ein Päckchen von Amazon ankam, mit meinem fein säuberlich verpackten Filter darin. Natürlich komplett kostenlos! Bin restlos begeistert, so sehr, dass ich jetzt das Loblied auch in meinem Blog singe und auf diesem Weg auch gleich schön Werbung für Amazon mache. Da sieht man’s mal wieder: Die beste Werbung für ein Produkt oder eine Dienstleistung sind begeisterte Kunden!

Danke, Amazon :-)

Grade auf SPon gesehen, dass die Kanzlerin jetzt eine “Integrationsdebatte ohne Tabus” fordert. Jawoll, endlich!

Merkel redet jetzt Tacheles und spricht auch unbequeme Themen an, die man bisher gerne unter den Teppich gekehrt hat. Wie etwa das völlig Versagen aller bisherigen Regierungen in der Integrationspolitik. Oder den alltäglichen Rassismus, dem Migranten permanent ausgesetzt sind und der dazu führt, dass Schüler mit ausländischen Namen schlechtere Noten bekommen (bei gleichen Leistungen) und hochqualifizierte Migranten als Taxifahrer arbeiten müssen, weil ihre ausländischen Universitäts-Abschlüsse hierzulande nicht anerkannt werden.

In “Bild am Sonntag” sagte sie, die statistisch erwiesene erhöhte Gewaltbereitschaft strenggläubiger muslimischer Jugendlicher dürfe man nicht tabuisieren: “Das ist ein großes Problem, und wir können offen darüber sprechen, ohne dass der Verdacht der Fremdenfeindlichkeit aufkommt.”

Danke, Frau Merkel, dass Sie den Mut aufgebracht haben, dieses Tabu-Thema den Stammtischen zum Fraß vorzuwerfen! So kommt endlich frischer Wind in die Integrationsdebatte!

Wenn man im Briefkasten einen Werbeprospekt von einer großen Bank findet, der einen Goldfonds anpreist. Also jetzt.




plugin by DynamicWP
#