Archive for August 2010

Manche Leute versuchen es trotzdem, immer und immer wieder, vorzugsweise etwa für die Wirtschaftsentwicklung oder für Aktienkurse. Diese “Expertenprognosen” sind in der Regel nichts anderes als medial inszeniertes Herumraten, wie man hier oder hier schön nachlesen kann. Auch vor dem Beginn einer Bundesligasaison wird gerne mal prognostiziert. Das Problem ist, dass sich hinterher kaum jemand an die falschen Prognosen erinnert – dem wollen wir jetzt mal entgegenwirken!

Christoph Biermann, von mir geschätzter Autor einiger der interessantesten deutschsprachigen Bücher über Fußball, hat sich heute für Spiegel Online an einer Prognose versucht, welche Vereine die übermorgen beginnende Bundesligasaison im sogenannten “Niemandsland der Tabelle” – den Plätzen 7 bis 12 – beenden werden.

Seine Vorhersage:

7. Werder Bremen
8. VfB Stuttgart
9. Eintracht Frankfurt
10. Borussia Mönchengladbach
11. TSG Hoffenheim
12. FC Köln

Manchmal kann es aber ganz hilfreich sein, Prognosen abzugeben, wenn man sich dabei die Unvorhersehbarkeit der Zukunft zunutze macht. Deshalb prognostiziere ich hiermit, dass Christoph Biermann mit allen oben genannten Platzierungen falsch liegt. :-D

Eine der gefährlichsten Fallen auf dem Weg zum Sparen sind versteckte Kosten*. Ein klassisches Beispiel sind Handy-Verträge: Wir bekommen das Handy jetzt für einen kleinen, mehr oder weniger symbolischen Betrag, zahlen dafür aber in der Zukunft. Gerade bei angesagten Smartphones fällt man besonders gern in diese Falle, denn Smartphones sind geil, keine Frage! Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass bei einem brandneuen Gadget einfach der Verstand aussetzt.

Da das geilste Smartphone im Moment wohl das iPhone4 sein dürfte, hab ich die Kosten dafür exemplarisch mit den Preisen von T-Mobile durchgerechnet. Dort gibt es vier Vertragsvarianten, die am Ende auf monatliche Gesamtkosten von ca. 90-120 Euro hinauslaufen**, also ca. 1100 bis 1440 Euro pro Jahr oder 2200 bis 2880 Euro auf die ganze Vertragslaufzeit.

Das klingt schon mal nach ner Menge Kohle, und manche Leute kaufen sich dafür tatsächlich einen Gebrauchtwagen. Im Vergleich zu den langfristigen Kosten ist das aber noch gar nichts.

Nehmen wir zusätzlich an, du als iPhone-Käufer bist in meinem Alter (also grob um die 30). Dann wird dich der genannte Zweijahresvertrag bis zum Erreichen des Rentenalters zwischen 16.000 und 22.000 Euro gekostet haben. Das ist nämlich der Betrag, den du bekommen hätte, wenn du die 2200 bis 2880 Euro für den Zweijahresvertrag mal lieber investiert und 35 Jahre lang 6 Prozent Zinsen eingestrichen hättest.

Aber Moment, das iPhone4 ist ja nur jetzt das hammergeilste Smartphone! In zwei Jahren wird es das iPhone6 geben, und das wird zum x-ten Mal alles verändern. Also musst du den Vertrag flugs verlängern! Und zwei Jahre später wieder, und dann wieder, und so fort… Dann kostet dich die Liebe zum iPhone (oder nachfolgenden Gadgets) stolze 150.000 Euro***, die du bei einer Geldanlage über 35 Jahre mit 6 Prozent Verzinsung hättest einstreichen können.

Nicht schlecht, was?

* Darunter verstehe ich alle Kosten, die nicht sofort beim Erwerb eines Produkts oder einer Dienstleistung anfallen****.
** Angenommen, dass ca. 200 Minuten im Monat telefoniert wird.
*** Je nach Vertragsvariante bis zu 154.483 Euro.
**** In einem Artikel, der sich mit Handy-Verträgen befasst, ist Kleingedrucktes absolut zwingend notwendig.

Hiermit gebe ich bekannt, dass am Sonntag, den 01.08.2010, plötzlich und unerwartet meine langjährigen Begleiter

Mastercard  und Visa Barclaycard sowie EC-Karte und Visa Dresdner

unter meinem tatkräftigen Zutun unsanft verschieden sind. Ich bedaure diesen Verlust überhaupt nicht und werde sie keine Sekunde vermissen. Sie wurden ihrem Wunsch entsprechend im Mülleimer unter der Spüle beigesetzt.

In großer Erleichterung

Klaus




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